Häufig gestellte Fragen

Technik

Wie groß ist eine PYREG-Anlage? Welche Maße hat die PYREG-Anlage?
Die PYREG-Anlage wird in einem 20 Fuß-Container eingehaust, dadurch ergibt sich eine Abmessung von ca. 8 m x 2,5 m x 2,5 m für die Anlage mit Einfülltrichter. Planen Sie bitte Platz für die Beschickung und Austragung ein.

Ist es möglich, mit ein und derselben Anlage mehrere/unterschiedliche Biomassen zu verwerten?
Grundsätzlich wird bei der Installation die Anlage auf ein homogenes, kontinuierlich verfügbares Material konfiguriert. Verschiedene Biomassen können mit unterschiedlichen Setups verarbeitet werden. Beim Wechsel der Biomassen kann PYREG mittels Fernwartung behilflich sein.

Welche Anlagengrößen sind möglich?
Aufgrund des Verhältnisses von Volumen zu Oberfläche ist die Reaktorengröße fix und zwei Reaktoren pro Modul das Maximum (entspricht bis zu 500 kW eintragsseitig, abhängig vom Eintragsmaterial). Es können jedoch Einheiten/Module nebeneinander gekoppelt werden.

Wie groß ist/welche Leistung hat die kleinste Anlage, die Sie gebaut haben?
Die kleinste, realisierte Anlage ist eine 150 kW-Biomassen-Anlage, die ca. 350 t Biomasse pro Jahr verarbeiten kann und 50-70 kW thermische Leistung erzeugt.

Was geschieht mit den Nährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kali?
Stickstoff wird durch die hohen Temperaturen in der Brennkammer zu ca. 60 % verbrannt. Phosphor bleibt komplett erhalten (Aufkonzentration durch Materialreduktion), Kali bleibt unangetastet in der Kohle zurück.

Welche Messdaten bezüglich der Abgaswerte gibt es?
Die Abgas-Emissionswerte werden maßgeblich durch das Eingangsmaterial bestimmt. Eigene Versuche haben bei der Verwertung von unbehandeltem holzartigen Material folgende Emissionswerte ergeben: CO: 20 mg/m³, NOx: 60-70 mg/m³, Staub: ca 15-25 mg/m³, (Bezugssauerstoffgehalt 13 % O², Normkubikmeter). Alle bisher bekannten Messungen deuten darauf hin, dass eventuell vorhandene Schwermetalle Quecksilber und Arsen in den Abgasen zu finden sind, während alle anderen Schwermetalle aufgrund der höheren Siedetemperatur in der Kohle verbleiben. Aus den Versuchen mit Klärschlamm ist bekannt, dass evtl. vorhandene organische Belastungen weitgehend zerstört werden. Schwefel wird bei den herrschenden Umwandlungstemperaturen im Reaktor etwa zu 50 % in SO² umgewandelt.

Wie viel Energie muss dem Verfahren zugeführt werden?
Die Anlage benötigt zum Start eine Pilotflamme (Flüssiggas, Erdgas, ca. 30 kg), um Betriebstemperatur zu erreichen. Danach speist sich die Erhitzung der Biomasse aus dem eigenen Prozess. Je nach Anlagengröße liegt der elektrische Energiebedarf bei 7,5 kWel.

Eintragsmaterial / Biomasse

Welche Arten von Biomasse sind nutzbar?
Eine allgemeine Aussage über die verwendbaren Biomassen ist schwerlich möglich, da diese sich durch örtliche Gegebenheiten sehr stark unterscheiden können. Denkbar sind jedoch grundsätzlich alle organischen Biomassen, die mind. 10 MJ/kg Heizwert haben und nicht feuchter als 100 % (i.e. mind. TS 50 %) sind. Erfolgreich getestet wurden bisher folgende Biomassen: Grünschnitt, Rinde, Holz, Nadeln, Rebholzhäcksel, Laub, Biotonne, Getreideabfälle, Stroh, Rapspresskuchen, Rübenschnitzel, Traubentrester, Olivenkerne, Nussschalen, Klärschlamm, Gärreste, Rechengut, Kaffeesatz, Kompost, Miscanthus, Silphium, Maissilage, Hühnermist, Papierfaserschlamm, industrielle Klärschlämme z.B. Lederschlamm, Flaschenetiketten, Schlachtabfälle, Biertreber, . .

Lassen sich Biomassen mischen?
Das Mischen kann insbesondere zum Erreichen der Prozessvoraussetzungen (Heizwert, Feuchte) nötig sein.

Welche Voraussetzungen an die Biomasse sind gegeben?
Das Eintragsmaterial sollte mind. 10 MJ/kg Heizwert haben, nicht feuchter als 100 % (i.e. mind. TS 50 %) sein. Die Stückigkeit sollte max. 30 mm betragen und rieselfähig sein.

Wie groß darf das Material sein?
Das Eintragsmaterial sollte rieselfähig sein und eine Stückigkeit von 2 – 30 mm besitzen.

Welchen Feuchtigkeitsgehalt darf Rohstoff haben?
Max. 100 % Feuchte (i.e. 50 % TS), abhängig vom Heizwert.

Wie hoch ist der Brennstoffdurchsatz?
Bei einer 500 kW-Biomassenanlage ist der Brennstoff durchsatz zwischen 40 und 180 kg/h. Dies ist vom Feuchtegehalt und Heizwert abhängig. Eine 500 kW-Anlage kann also ca. 1.000 t (TS) pro Jahr durchsetzen.

Wie kann ich herausfinden, ob die bei mir anfallende Biomasse im PYREG-Verfahren karbonisiert werden kann?
Wir bieten Ihnen an, im Rahmen eines Technikumtages Ihr Material zu testen. Weitere Informationen und Voraussetzungen für einen solchen Test finden Sie hier.

Was kann ich tun, wenn der Heizwert oder Trockensubstanzwert der bei mir anfallenden Biomasse nicht ausreicht?
Grundsätzlich ist es möglich, verschiedene Biomassen zu mischen. Dadurch kann im Einzelfall ggf. der Heizwert gesteigert, die Feuchte gesenkt werden oder ausreichend Material für einen Dauerbetrieb generiert werden.

Pflanzenkohle/Reststoff

Wie sieht die Kohle aus dieser Anlage aus?
Die Kohle ist von Ihrer Beschaffenheit dem Eintragsgut ganz ähnlich; die Größe der Stücke ändert sich nur geringfügig.

Wieviel Kohle entsteht bei einem Grünschnitteintrag von x t?
Ca. ein Drittel der Eintragsmasse bleibt als Kohle übrig.

Welche Düngerequivalent entspricht 1 Tonne Kohlenstoff?
Die Kohle kann als Zuschlagsstoff für einen Dünger benutzt werden. Hier haben Untersuchungen gezeigt, dass 10 % der Kohle im Dünger ausreichend sind.

Welchen Wert erhält man für eine CO2 Bilanz?
Die Pflanzenkohle enthält ca. 2/3 des in der Biomasse gespeicherten CO2. Dieses ist lt. wissenschaftlichen Untersuchungen mehrere tausend Jahre lagerstabil.

Ist die entstehende Kohle unbedenklich und kann ohne Entgiftung wieder zur Bodenverbesserung eingesetzt werden?
Das hängt vom Eintragsstoff ab. Unbedenklich ist zum Beispiel Pflanzenkohle aus naturbelassenen Hölzern.

Kosten/Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlichkeit
Über die Wirtschaftlichkeit des Betriebs einer Anlage können wir leider pauschal keine Aussage treffen, da diese von vielen Faktoren (Menge und Beschaffenheit des Eintragsstoff es, Stoffströme, Verwertung des Outputs, Nutzung der Wärme, erforderliche Trocknung, Messtechnik etc.) abhängt. Gerne können wir uns in einem persönlichen Gespräch darüber unterhalten.

Gibt es betriebswirtschaftliche Berechnungen zum Verfahren?
Da betriebswirtschaftliche Berechnungen stark von Faktoren wie z.B. dem Nutzen der Abwärme oder der Verwertung/dem Preis der Pflanzenkohle abhängen, gibt es keine Standardberechnungen. Gerne sprechen wir persönlich mit Ihnen darüber.

Allgemein

Wie viele derartige Anlagen stehen bereits in Betrieb?
Vom Standardmodul PYREG 500 (500 kW) sind derzeit (Stand Mai 2012) vier Anlagen in Betrieb. Eine davon wird von der Swiss Biochar (www.sbc.ch) in der Nähe von Lausanne in der Schweiz betrieben. Eine weitere steht bei einem Bergbauernverbund in der Nähe von Zug/Schweiz (www.pflanzenkohle.ch) und eine im Burgenland in Österreich, die von der Firma Sonnenerde Gerald Dunst (www.sonnenerde.at) betrieben wird. Außerdem betreibt PYREG auf dem Firmengelände in Dörth eine Anlage, die sich derzeit im Probelauf mit Klärschlamm befindet. Gerne laden wir Sie ein, eine Anlage in Betrieb zu besichtigen und stellen ggf. zu unseren Kunden in Österreich und der Schweiz den Kontakt her.